Sächsisches Theatertreffen

Es ist uns eine schöne und wichtige Tradition, dass sich die elf sächsischen Bühnen im zweijährigen Turnus an einem Theaterstandort des Freistaates zum Sächsischen Theatertreffen zusammenfinden und dort aktuelle Arbeiten präsentieren. Erklärtes Ziel des Theatertreffens ist eine publikumsorientierte Leistungsschau der Sprechtheater, in der sich die ästhetische Vielfalt, Qualität und Gegenwartsbezug des Theatergeschehens im Freistaat widerspiegeln. In fünf überraschenden, spannenden und anspruchsvollen Tagen wird der Reichtum der sächsischen Theaterlandschaft erlebbar und zugleich in Diskussionen und Workshops die Weiterentwicklung dieser Kunstform – auch in Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Themen und sozialen Belangen – ermöglicht.

Zunächst ging es beim ersten Treffen in Leipzig darum, Wolfgang Engels Idee des familiären Treffens von Theaterleuten mit selbstgewählten Inszenierungen mit der Aufgabe des Schaufensters sächsischer Schauspielkunst zu verbinden.
Die Vergabe des Treffens in die ländlichen Kulturräume, um den Stolz auf die großartige Theaterlandschaft bei den Zuschauern in der Randlage des Freistaates zu nähren, war erklärtes Ziel mehrerer Treffen, so 2002 in Bautzen/Görlitz/Zittau, 2008 in Plauen/Zwickau und 2012 in Görlitz/Zittau. Immer galt es die besondere Position der Theatervielfalt im Kulturraum nachzuweisen, also gerade in Regionen, in denen um den Fortbestand der dort verankerten Bühnenkunst mit ihren besonderen Aufgaben und Chancen gerungen wird.
Die sächsischen Theatertreffen sind darüber hinaus ein geeigneter Ort, um Zukunftsfragen und Perspektiven der hiesigen Theaterlandschaft in einem umfangreichen Rahmenprogramm in den Blick zu nehmen. So kommen regelmäßig bei Diskussionsrunden, Kolloquien und Podiumsdiskussionen Theatermacher und Publikum ins Gespräch, so zuletzt im Deutsch-Sorbischen Theater Bautzen vom 18. bis zum 22. Mai 2016.

Den Blick auch nach vorn zu richten, ist uns ein zentrales Anliegen der Biennale! Um das Theater der Zukunft zu erörtern, bemüht sich auch das Kolloquium zu Spielarten der Theaterpädagogik, die sich mit Entwicklungsperspektiven und Publikumsarbeit auseinandersetzt. Dieser wesentliche und permanente Arbeitsschwerpunkt des Landesverbandes zur Intensivierung der ästhetischen Bildung in Sachsen fand bereits bei zahlreichen Treffen mit ausgeprägtem Werkstattcharakter unter Beteiligung der Theaterpädagogen und zahlreicher Pädagogen einen Ausgangspunkt für weitere Projekte.
Bereits zum zweiten Male richtete in diesem Jahr in Bautzen eine prominent besetzte Fachjury den Fokus der Preisverleihung ausgewogen auch auf jene, die unter vergleichbar schwierigen Bedingungen zu beachtenswerten bis herausragenden Leistungen fanden.

Ausrichter des 10. Sächsischen Theatertreffens wird im Jahr 2018 das theater junge Generation und die Staatsoperette Dresden mit seinen neuen Spielstätten im „Kraftwerk Mitte“ sowie das Staatsschauspiel Dresden sein.